Hinduismus

Lexikon der indischen Mythologie online


28
Apr
Aids-amma
28.04.2013 17:25

AIDS-amma (sanskrit:AIDSmutter) ist eine indische AIDSgöttin, Phänomen sowie Aufklärungskampagne. Sie wurde 1997 von Schullehrer Mr.H.H. Gerish aus Karnataka, dem ehemaligen Mysore, am Zuge des Welt-AIDS-Tages am 1.Dezember ins Leben gerufen. Ihr Tempel befindet sich gegenüber dem der Pockengöttin Mariyamman, deren Vorbild er folgte. Im Gegensatz zu dieser kann AIDS-amma aber weder heilen, noch vor der Krankheit schützen, noch Besitz ergreifen, noch infizieren, noch Wunder bewirken. Sie soll zwar verehrt werden, doch ihre einzige Kraft ist es, Gerish zufolge, den menschlichen Verstand zu erhellen und zu informieren. Eine mantraähnliche Äußerung, die von Dorfbewohnern am Schrein rezitiert wird, lautet: "Bitte AIDS-amma segne uns mit Information". Eine Inschrift des Schreins, der auf Kannada, der einheimischen Sprache in Karnataka geschrieben wurde, weist diese als wissenschaftlichen Tempel aus. Im Inneren des Heiligtums befindet sich ein weißer Stein, der als ihr Symbol gilt. Dahinter sieht man die Silhouette des Torsos eines Mannes und einer Frau, den Rücken zueinander gewandt, zwischen ihnen ist ein roter Kreis. Das Paar verkörpert die Religion, der Kreis ist das Symbol für AIDS oder im weiteren Sinne für die Wissenschaft als solches.

Anlass für Girish war ein Zwischenfall in Karnataka von dem er gehört hatte, bei dem ein AIDS infizierten Paar von der Dorfgemeinschaft verbannt wurde, da der Umgang mit der Krankheit als unheilvoll gilt. Nach dem Tod des Mannes, starb die Frau den Hungertod. Mit seiner Kampagne wollte Gerish dem entgegenwirken und über die Krankheit sowie Präventivmaßnahmen aufklären. Grund war auch die immer höher werdende AIDS-Rate in Indien, die laut Statistiken ansteigt. Studenten und Lehrer legten 1999 ein vrata (Gelübde) ab, Menschen über AIDS aufzuklären und zukünftig keine Infizierten mehr auszuschließen.

AIDS-amma wird durchaus kontrovers diskutiert und teilweise als Gefahr betrachtet, da gerade bei Dorfgottheiten (gramadevata) der Glauben, existiert, dass diese ein doppeltes Wesen haben und Krankheiten hervorrufen und davon heilen können.

 

Literatur

 

* Fabrizio Ferrari, Fromm smallpox to AIDS, Seite 62

 

 

 

 

Annapurna
Agni

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